Die Veranstaltung findet am 28.04.2026 um 19:00 Uhr in der Synagoge, Im Kreise 24, in Celle statt; der Eintritt ist kostenfrei
Die Erinnerung an den Holocaust schwindet. Seine Singularität wird zusehends infrage gestellt. Jan Gerber erinnert daran, dass sich die Erkenntnis von der Besonderheit des Verbrechens erst spät durchsetzte. Die Unterschiede zwischen Konzentrations- und Vernichtungslagern, zwischen Buchenwald und Birkenau, Belsen und Belzec waren lange kaum jemandem bewusst. Auch die Erinnerung begann zeitlich verzögert. Der Holocaust bewegte sich erst seit den Siebzigern aus den Vororten des Gedächtnisses an den Zweiten Weltkrieg in sein Zentrum.
Jan Gerber geht den Ursachen dieser Entwicklung nach. Er fragt nach jenen Bedingungen von Erinnerung und Erkenntnis, die gegenwärtig zu erodieren scheinen.
Dr. Jan Gerber ist seit 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow in Leipzig. Er ist Leiter des Forschungsressorts Politik. Sein Buch „Das Verschwinden des Holocaust“ ist 2025 in der Edition Tiamat erschienen.
In Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Celle, dem Stadtarchiv Celle und Perspektiven gegen Antisemitismus.

