Erste niedersächsische Konferenz zur Antisemitismuskritik

Bildungsperspektiven – Präventionsansätze – Handlungsstrategien

Hannover 27. November 2024 9:30 Uhr – 19:30 Uhr

Die Massaker des 7. Oktober 2023 bedeuten eine Zäsur. Die entgrenzte Gewalt offenbart das Potential des Antisemitismus nach der Shoah; die Reaktionen auf diese Gewalt schreiben die Geschichte des antisemitischen Syndroms fort.

Der Überfall der Hamas markiert dabei nicht nur das größte Massaker an Jüdinnen und Juden seit dem Ende der Shoah, sondern zieht auch außenpolitische Verschiebungen nach sich, die auf die gesellschaftspolitische Situation in Deutschland und die allgemeine Sicherheitslage zurückwirken.

Antisemitismus ist eine Bedrohung für die Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft. Die Konferenz thematisiert Ausmaß und Potential dieser Bedrohung und untersucht die gegenwärtigen Veränderungen in der Dynamik des Antisemitismus. Ziel ist es, Wissenschaft und Politik, Zivilgesellschaft und Akteurinnen der Bildung, der Prävention und der Sicherheit in einen fundierten Austausch zu bringen, aus dem eine informierte und reflektierte Strategie entwickelt wird, die geeignet ist, diese Dynamik zu unterbrechen. Damit setzt die Konferenz einen Prozess in Gang, der antisemitismuskritische Handlungskompetenz in Niedersachsen nachhaltig entwickelt oder stärkt.

Programm

09.30
Begrüßung durch den Veranstaltungsort
Begrüßung, Vorstellung der Moderation

Eröffnung der Veranstaltung
Dr. Elke Gryglewski (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Gedenkstätte Bergen-Belsen)

Grußwort
Prof. Dr. Gerhard Wegner

(Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens)

10.15 Uhr – 10.30 Uhr
Die Lage in Niedersachsen

Katharzyna Miszkiel-Deppe (RIAS Niedersachsen)

10.30 Uhr – 11.15 Uhr
Keynote
Prof. Dr. Stephan Grigat (CARS Aachen), Antisemitismuskritik angesichts globaler Krisen.

11.15 Uhr – 11.40 Uhr
Kaffeepause

11.40 – 12.10
Gespräch und Diskussion mit Eren Güvercin: Der politische Islam in Deutschland nach dem 7. Oktober.

12.10 Uhr – 12.40 Uhr
Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Yvonne Brandl (Kath. Hochschule NRW): „was mir das genommen hat…“ 10/7 als Zäsur für die Dritte Generation von Überlebenden der Shoah.

12.40 Uhr – 13.15 Uhr
Mittagspause

13.15 Uhr – 15.15 Uhr
Panel I: Internationale Resonanzen nach dem 7. Oktober
mit

Thomas von der Osten-Sacken (Wadi e.V.)
Sama Maani (Autor und Psychoanalytiker)
Bijan Pour Razavi

15.15 Uhr – 15.40 Uhr
Kaffeepause

15.40 Uhr – 16.10 Uhr
Vortrag und Gespräch mit Esther Bolgorodski (VJSNord): „Die Situation an den Hochschulen“

16.10 Uhr – 17.40 Uhr
Panel II: Jugendkultur und historisch-politische Bildung
mit

Dr. Marc Grimm (Bergische Universität Wuppertal), „Antisemitismus in Jugendkulturen am Beispiel von Gangsta-Rap“
Dr. Katinka Meyer (Anne Frank Zentrum e.V.), Dr. Linda Giesel (Hochschule Merseburg): „Antisemitismus im Jugendstrafvollzug. Bestandsaufnahme und Bildungsarbeit“
Raimund Lazar (Gedenkstätte Bergen- Belsen): Antisemitismus im Sport

17.40 Uhr – 18.00 Uhr
Kaffeepause

18.00 Uhr – 18.30 Uhr
Kommentar von Dr. Akim Jah (Gedenkstätte Bergen-Belsen)

18.30 – 19.30 Uhr
Podiumsdiskussion
mit

Dr. Rebecca Seidler (Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland und im Beraterkreis des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung)
Dr. Elke Gryglewski (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Gedenkstätte Bergen-Belsen)
Gwendolin von der Osten (Polizeipräsidentin, PD Hannover)
Maximilian Feldhake (Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Celle)

19.30 Uhr – 20.15 Uhr
Offener Empfang